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Neue Verfassung in Kirgistan vom Volk angenommen

Kirgistan macht sich auf den Weg zur Demokratie

Nur wenige Monate nach dem Sturz des Tulpen-Revolutionärs Bakijew haben sich die Kirgisen aufgemacht eine neue Verfassung für ihr Land zu erarbeiten. Ziel ist eine Gesellschaft in der individuelle Rechte gegenüber dem Staat klar festgelegt und einklagbar sind. Zudem soll mit der neuen Verfassung eine Machtkonzentration in einer der führenden Positionen des Staates verhindert werden. So werden die präsidialen Befugnisse stark beschnitten und dem Parlament neue Möglichkeiten eingeräumt. Zudem wird auch der Gerichtsbarkeit mehr Unabhängigkeit zugestanden, welche die Gesetze auszulegen und deren Einhaltung auch, von Politikern, zu kontrollieren haben. 

Auch der antirassistische Ansatz dieser neuen Verfassung ist für dieses kleine Land am Tien-Shan richtungsweisend. So sollen Diskriminierungen aufgrund ethnischer Zugehörigkeit von vornherein unterbunden werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbundenheit mit der Natur. So wird in der neuen Verfassung ausdrücklich betont, dass man in Eintracht und Verbundenheit mit der Natur lebt.

Ebenso sind die Möglichkeiten der Volksgesetzgebung stark erweitert wurden. Neben dem Präsidenten und den Mitgliedern des Parlaments können auch 10.000 Bürger gemeinsam ein Gesetz ins Parlament einbringen.


Die Zentralasienanalysen haben Ausschnitte der neuen Verfassung, die im Juni in einem Referendum angenommen wurde, übersetzt. Diese können sie hier lesen:


Auszüge aus der neuen Verfassung Kirgistans

Auszug_Verfassung_KGZ.pdf

Schulpartnerschaft mit Kirgistan

Die meisten Lehrer_innen der Mittelschule in Thälmann sind bereits pensioniert. Jedoch halten sie immernoch Unterricht nicht zuletzt, da die kärgliche Rente zum Leben kaum reicht.

Seit einigen Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Centbaum-Regelschule im Ostthüringischen Neustadt/Orla und der Mittelschule im kirgischen Ort Thälmann. Diese Schulpartnerschaft liegt mir sehr am Herzen, weshalb ich sie nach Möglichkeit unterstütze. 

Nachdem im März Ermek Kuderjerowna, Deutschlehrerin in Thüringen zu Gast war, bin ich für 3 Wochen nach Mittelasien geflogen, um die Schule in Thälmann zu besuchen und das Land näher kennen zu lernen. Dabei stellten mir die Lehrer ihre neuen Schüler vor. Zum ersten Mal wird es 2008 für die 10.Klässler der Mittelschule eine Abschlusfeier geben. In einem kleinen Programm werden auch die Erfahrungen aus dem letzten Besuch der Schüler_innen in Neustadt/Orla verarbeitet.

Die Situation in der Schule wird allerdings von Jahr zu Jahr schlechter. 4 Schüler müssen sich ein Schulbuch teilen. Jungs kommen immer seltener in die Schule, da sie den Eltern bei der landwirtschaftlichen Arbeit helfen müssen. Nicht zuletzt auch die Situation des Schulgebäudes selbst gibt Anlass zur Sorge. Zwar wurde von der Siemensstiftung ein neues Heizungssystem spendiert, jedoch reichten die Gelder der Schule kaum für Kohle, geschweige denn für Heizöl. So müssen die Schüler diesen Winter wieder in dicken Jacken lernen. Aus diesem Probelme entstand das aktuelle Projekt, welches eine Patenschaft über das Klassenzimmer von Ermek Kuderjerowna, die Deutschlehrerin an der Mittelschule in Thälmann, umfasst. Wir wollen es mit neuen Büchern und Schulbänken ausstatten. Dazu wollen wir 1.000€ sammeln und so garantieren, dass jeder Schüler in der Mittelschule seine eigenen Lehrbücher bekommt.

Wenn sie das Vorhaben unterstützen wollen, wenden sie sich bitte an die Deutsch-Russische-Freundschaftsgesellschaft in Thüringen.


Kirgistan - ein Tag länger als ein Leben

Die Mittelschule in Thälmann besuchen etwa 150 Kinder.
Nur der Zusammenhalt der Lehrer ermöglicht überhuapt den Lehrbetrieb.
Im nahen Erholungsgebiet weist Lenin innernoch in eine längst vergangene bessere Zukunft.
Rund 7km müssen Schüler und Lehrer täglich zu Fuß bis zur Schule laufen. Einen Schulbus gibt es nicht.
Die Nomadenkultur ist fester kultureller Anker der Kirgisien und immernoch lebendig.
Hinter der Mittelschule in Thälmann beginnen die Berge, die Grenze zu Kasachstan.
Der Geschichtslehrer unterhält ein kleines Museum in der Schule.
Überall im Lande begegnet man den Spuren der Nomaden.